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31.07.2026

Aktueller Zustand des Bergsees Ratscher / Geruchsbelästigung und Fischsterben

Das Hochwasserrückhaltebecken Ratscher, ein wichtiges Naherholungsgebiet für den Bade- und Bootsbetrieb, leidet derzeit unter dem anhaltenden Regenmangel und den hohen Sommertemperaturen. 

Presseinfo: Aktuelle Situation am Hochwasserrückhaltebecken Ratscher: Kein Badeverbot trotz Fischsterben – Behörden leiten Sofortmaßnahmen ein

Das Hochwasserrückhaltebecken Ratscher, ein wichtiges Naherholungsgebiet für den Bade- und Bootsbetrieb, leidet derzeit unter dem anhaltenden Regenmangel und den hohen Sommertemperaturen. Die Hitze hat zu einem Fischsterben und einer spürbaren Geruchsbelästigung geführt. Das zuständige Gesundheitsamt, das Umwelt- und Abfallwirtschaftsamt sowie das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt sind vollumfänglich informiert. Für Badegäste besteht nach aktuellen Laboruntersuchungen jedoch keine Gesundheitsgefahr. Ein Badeverbot ist nicht erforderlich.

Ursachen des Fischsterbens: Ökologisches Ungleichgewicht nach Sanierung

Nach Auskunft des Betreibers, Herrn Hahn, war das Gewässer im vergangenen Kalenderjahr wegen notwendiger Sanierungsarbeiten an der Staumauer vollständig abgelassen worden. In verbliebenen Restwasserflächen überlebte eine Restpopulation kleiner Karpfen. Da der Raubfischbestand durch die Seeentleerung fast vollständig weggefallen ist, kam es mangels natürlicher Fressfeinde zu einer unkontrollierten Übervermehrung der Karpfenbrut.

Die anhaltende sommerliche Hitzeperiode führt nun zu einer stabilen thermischen Schichtung des Sees. Während in der oberen Warmwasserschicht durch Algen reichlich Sauerstoff produziert wird, entsteht am Seegrund eine sauerstofffreie Zone. Dies zwingt die Fischschwärme, sich dicht an der Oberfläche zu drängen. Insbesondere in den Nachtstunden – wenn die Algen selbst Sauerstoff verbrauchen – kommt es lokal zu einem kritischen Sauerstoffmangel, dem geschwächte und ältere Fische erliegen.

Hygienische Bewertung: Wasserqualität ist einwandfrei

Das Sachgebiet Hygiene des Gesundheitsamtes hat die jüngsten Laborbefunde ausgewertet. Die letzte reguläre Badewasseruntersuchung vom 22. Juli 2026 verlief vollkommen ohne Beanstandung:

  • Keine Keimbelastung: Die Kernparameter (Escherichia coli und intestinale Enterokokken) lagen deutlich unter den gesetzlichen Grenzwerten. Eine fäkale Verunreinigung ist ausgeschlossen.
  • Keine Blaualgen: Die physikalisch-chemischen Hilfsparameter wie pH-Wert und Sichttiefe sind unauffällig. Es gibt keine Hinweise auf eine gefährliche Blaualgen-Massenentwicklung.

Das Fischsterben und die damit verbundene Geruchsentwicklung resultieren aus natürlichen, biologischen Zersetzungsprozessen. Sie stellen eine erhebliche ästhetische Beeinträchtigung dar, sind jedoch für den Menschen weder infektionshygienisch noch toxisch gefährlich.

Sofortmaßnahmen zur Stabilisierung des Gewässers

Der Betreiber steht im engen Austausch mit dem Umweltamt des Landratsamtes (Untere Wasserbehörde), dem zuständigen Ministerium und der Talsperrenverwaltung.

Folgende Maßnahmen wurden eingeleitet:

  1. Frischwassezufuhr: Zur Sauerstoffanreicherung und Förderung der Tiefenzirkulation wird über die Fernwasserversorgung Südthüringen Frischwasser in den Bergsee eingespült.
  2. Tägliche Reinigung: Verendete Fische werden täglich und lückenlos abgesammelt und fachgerecht entsorgt, um ein sekundäres Bakterienwachstum im Uferbereich zu unterbinden.

Die Behörden überwachen die Situation engmaschig. Es handelt sich um ein temporäres, rein ökologisches Phänomen.


Foto: Robert Fehringer (keinECK MEDIA) Stadtverwaltung Schleusingen

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