Sprungziele
Seiteninhalt
26.11.2025

Gebrauchtwarenhaus im Landkreis setzt Zeichen für Umwelt und soziale Verantwortung

Pressemitteilung

Hildburghausen, 24.–29. November 2025.

Erstmals nimmt das Gebrauchtwarenhaus im Landkreis Hildburghausen in diesem Jahr an der Europäischen Woche der Abfallvermeidung teil und setzt damit ein deutliches Zeichen: Umwelt schützen geht uns alle an.

Noch immer ist vielen Bürgerinnen und Bürgern nicht bewusst, dass das Gebrauchtwarenhaus längst an alle Menschen verkaufen darf – und nicht nur an sozial Bedürftige. Dieser Wandel zeigt, wie sich das Konzept weiterentwickelt hat: weg von einem rein sozialen Auftrag hin zu einem wichtigen Bestandteil von Ressourcenschutz und Kreislaufwirtschaft.

„Wir müssen Rohstoffe dort nutzen, wo sie bereits vorhanden sind. Viel zu viel wird weggeworfen, obwohl es noch genutzt, repariert oder weitergegeben werden könnte“, betont Geschäftsführer Werner Müller.

Finanzielle Herausforderungen – und trotzdem engagiert

Das Gebrauchtwarenhaus arbeitet unter schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Während andere Landkreise solche Einrichtungen mittlerweile öffentlich betreiben, muss hier ein erheblicher Teil der Kosten selbst erwirtschaftet werden:

  • 45–55 % der jährlichen Ausgaben müssen über eigene Einnahmen gedeckt werden
  • gleichzeitig steigen die Kosten für Personal, Transporte und Betrieb
  • das Jobcenter ist alleiniger Träger der Einrichtung

Trotz dieser Herausforderungen bleibt das Gebrauchtwarenhaus ein unverzichtbarer Akteur im Landkreis – praktischer Klimaschutz vor Ort.

Elektroschrott – eine wachsende Herausforderung

Ein Schwerpunkt der Aktionswoche ist das Thema Elektroschrott, eines der größten Umweltprobleme Europas. Auch in Südthüringen ist die Problematik deutlich sichtbar:

  • nur 29,8 % der Altgeräte werden aktuell recycelt
  • gleichzeitig steigt der Bedarf an Rohstoffen
  • viele Geräte landen im Müll, obwohl sie reparierbar wären

Das Gebrauchtwarenhaus setzt hier an:
Im Jahr 2025 wurden rund 110 Großgeräte – darunter Waschmaschinen, Geschirrspüler und Herde – aufbereitet, elektromeisterlich geprüft und mit Garantie verkauft. Rund 10 % der Geräte werden aufgrund technischer Mängel ausgesondert. Zusätzlich wird bei älteren Modellen geprüft, ob deren Energieverbrauch noch zeitgemäß ist.

Einfache Wege für Bürgerinnen und Bürger

Wer ein gebrauchtes Gerät sucht oder abgeben möchte, kann unkompliziert Kontakt aufnehmen:

  • Gerät beschreiben
  • Fotos einreichen
  • fachliche Einschätzung erhalten

Ein weiteres Zukunftsfeld sind regionale Tauschbörsen. Erste Erfahrungen – etwa bei einem Austauschformat in Coburg – zeigen großes Potenzial. Nicht übernommene Gegenstände werden anschließend im Gebrauchtwarenhaus weitervermittelt.

Regionale Angebote für Wiederverwendung und Reparatur

Im Landkreis gibt es bereits ein wachsendes Netzwerk nachhaltiger Initiativen:

  • Fairteilladen Birkenfeld
  • Gebrauchtwarenhaus – Möbel, Elektrogeräte, Haushaltswaren
  • Repair-Angebote und ehrenamtliche Initiativen
    (z. B. Reparatur- und Tauschprojekte in der Umgebung)

Das Ziel ist klar:
Vermeidung – Wiederverwendung – Recycling.
Im Idealfall sollten Produkte so konstruiert sein, dass sie gar nicht erst im Abfall landen.

Auch im Lebensmittelbereich wird nachhaltig gehandelt: Überschüsse aus teilnehmenden Geschäften werden im Centladen verkauft oder an landwirtschaftliche Betriebe abgegeben – nichts bleibt ungenutzt.

In Zeiten von Ressourcenknappheit, steigenden Preisen und wachsendem Elektroschrott zeigt das Gebrauchtwarenhaus im Landkreis Hildburghausen, wie moderne Kreislaufwirtschaft gelingen kann: sozial gerecht, regional verankert – und ökologisch sinnvoll.

Gebrauchtwarenhaus
Gebrauchtwarenhaus
© 2026 Landkreis Hildburghausen