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Wir über uns


Auf den nächsten Seiten können Sie sich über die Region und die Geschichte unseres Landkreises informieren.

Unser Landkreis bietet auf Grund seiner schönen Lage, mit den charakteristischen Merkmalen einer Mittelgebirgslandschaft, vielfältige Möglichkeiten zur Betätigung in Wald und Flur. Ob Wandern auf den Höhen des Rennsteiges, eine rasante Bootsfahrt auf der Werra, Rad fahren oder Hoch zu Ross - der Art Ihrer Freizeitgestaltung sind keine Grenzen gesetzt.

Auch die Geschichte des Landkreises hat einiges zu bieten.
Joseph Meyer der Begründer und Verleger des Meyers Konversationslexikons lebte und wirkte von 1828 bis zu seinem Tode 1856 in der Kreisstadt Hildburghausen. Von hier trat der Siegeszug des berühmten Lexikons seine Reise in die Welt an. Oder wussten Sie, dass die ersten Tütensuppen in Hildburghausen hergestellt wurden? Herr Rudolf Scheller errichtete 1871 die erste Fabrik für kondensierte Suppen in Hildburghausen.

Erfahren Sie auf den folgenden Seiten nun weitere interessante Informationen…

Die Geschichte des Landkreises Hildburghausen

Als der 30jährige Krieg zu Ende ging waren die Städte Themar, Hildburghausen und Ummerstadt sowie viele Dörfer zerstört und geplündert. Ein großer Teil des Ackerlandes wurde nicht mehr bebaut. Gewerbe und Handel gab es fast nicht mehr. Das Hildburghäuser Land gehörte zum Teil zum Herzogtum Sachsen-Eisenach, zum Teil zum Herzogtum Sachsen-Gotha.

Herzog Ernst der Fromme von Gotha verstand es, einen großen Teil Thüringens in seiner Hand zu vereinigen. Er unternahm große Anstrengungen, das zerstörte und ausgelaugte Land wieder aufzubauen. Besonders verdient machte er sich um das Kirchen- und Schulwesen. Er achtete auf die Durchsetzung der Schulpflicht für alle Kinder. Als Herzog Ernst der Fromme 1675 starb, verpflichtete er seine sieben Söhne zur gemeinsamen Regierung und hinterließ ihnen einen geordneten und wiederaufstrebenden Staat.

Die gemeinsame Regierung war aber praktisch nicht zu realisieren. Nach langen Verhandlungen kam es 1680 zur Teilung des Landes, wodurch sieben relativ selbstständige Fürstentümer entstanden: Gotha, Meiningen, Coburg, Saalfeld, Eisenberg, Hildburghausen und Römhild.

Hildburghausen bekam Ernst, der zweitjüngste Sohn Herzog Ernst des Frommen zugesprochen. Das Herzogtum umfasste damals die Ämter Hildburghausen, Eisfeld, Heldburg und das halbe Amt Schalkau. Später kamen noch die Ämter Sonnefeld, Königsberg in Franken und Behrungen dazu. Herzog Ernst (Regierungszeit 1680-1715) residierte zuerst in Arolsen, dann in Eisfeld und in Heldburg. 1684 erhob er Hildburghausen zu seiner Residenz.

Schlosspark Hildburghausen
Schlosspark Hildburghausen

Die Residenz Hildburghausen wurde ansprechend eingerichtet. Für die geringen Ressourcen des Landes entstanden recht prunkvolle Gebäude, so zum Beispiel das große prachtvoll eingerichtete Residenzschloß mit Nebenanlagen, eine Orangerie, ein Ballhaus und eine französische Parkanlage, die von einem künstlich angelegten Kanal umschlossen war.Sommerresidenz war das Schloß in Seidingstadt. Das Jagdschloß befand sich in Ernstthal.


Sein Nachfolger Herzog Ernst Friedrich I. regierte von 1715-1724. Danach regierte dessen Sohn Ernst Friedrich II. von 1724-1745, wobei er bis 1728 unter Vormundschaft seiner Mutter stand. Nach seinem Tod verwaltete dessen Witwe von 1745-1748 das Herzogtum für den unmündigen Ernst Friedrich III. Carl, der von 1748 bis 1780 die Regentschaft übernahm. Prinz Joseph Wilhelm Hollandius regierte von 1780-1787. Danach übernahm Herzog Friedrich von 1787-1825 die Geschicke Sachsen-Hildburghausens.
In diese Zeit fielen auch zwei Ereignisse zu denen die Erinnerung auch heute noch bei den Hildburghäusern lebendig ist.

1807 kam das "Dunkelgrafenpaar" nach Hildburghausen. Eine Dame, die ihr Gesicht stets mit einem dichten Schleier verbarg und ein unbekannter Herr hielten sich zunächst in Hildburghausen und später im ca. 10 km entfernt liegenden Schloß Eishausen verborgen. Die beiden waren offensichtlich nicht verheiratet und sehr begütert. Wahrscheinlich kannte nur die herzogliche Familie die Identität dieses geheimnisvollen Paares. Man vermutet, dass die "Dunkelgräfin" Marie Therese Charlotte von Frankreich, die Tochter von Louis XVI. und Marie Antoinette gewesen ist.

1810 heiratete die Hildburghäuser Prinzessin Therese den bayrischen Kronprinzen Ludwig (König Ludwig I. von Bayern). Das Hochzeitsfest wurde damals von einem großen Volksfest begleitet und die Festwiese in München durfte daraufhin den Namen Theresienwiese tragen. In Erinnerung an die königliche Hochzeit wird dort bis heute jedes Jahr das Oktoberfest gefeiert. Seit 1991 wird die Erinnerung an diese königliche Hochzeit auch in Hildburghausen zum Anlaß genommen, um Anfang Oktober ein Theresienfest zu feiern.

1825 starb die männliche Linie Sachsen-Gotha-Altenburg aus. Damit setzte eine Neuordnung des Gebietes der Thüringer Wettiner ein. Herzog Friedrich von Sachsen-Hildburghausen trat 1826 in einem Teilungsvertrag sein Land an Bernhard II. von Sachsen-Meiningen ab und erhielt dafür das Herzogtum Altenburg.
Das ehemalige Herzogtum Hildburghausen mit den Ämtern Hildburghausen, Veilsdorf, Heldburg, Eisfeld und Behrungen ging somit in das Herzogtum Sachsen-Meiningen-Hildburghausen ein.
Die Auflösung des herzoglichen Hofes in Hildburghausen bedeutete insbesondere für die Stadt eine große Umstellung in wirtschaftlicher Hinsicht.
Die Hildburghäuser Bürger wandten sich deshalb mit Petitionen an den neuen Landesherrn, um zu erwirken, dass einige Verwaltungsstellen, wie zum Beispiel die Leitung des Kirchen- und Schulwesens, das Oberlandesgericht und das Lehrerseminar in Hildburghausen verbleiben. Diesen Wünschen wurde auch wohlwollend Rechnung getragen. Das Herzogtum war zu dieser Zeit in Verwaltungsämter eingeteilt. Jedes dieser Ämter hatte seine eigene politische, finanzielle und gerichtliche Verwaltung.

Kurze Verwaltungsgeschichte des Landkreises

Faksimilie aus der  Sammlung der landesherrlichen Verordnungen
Faksimilie aus der Sammlung der landesherrlichen Verordnungen

1868 - 15.04. Georg von Gottes Gnaden Herzog zu Sachsen-Meiningen beschließt und verordnet, dass zum Zwecke der Verwaltung das Herzogtum in vier Kreise eingeteilt wird. Einer dieser Kreise ist “der Kreis Hildburghausen mit dem Amtssitz in Hildburghausen, die Bezirke der Verwaltungsämter Hildburghausen (mit Heldburg und Eisfeld) sowie Römhild in sich begreifend.“


1869
Carl Freiherr Wolff von und zu Todenwarth wird der erste Landrat. Er hatte dieses Amt bis 1877 inne.

1918 - 12.11. Nach Abdankung Herzog Bernhards II. wird der Freistaat Meiningen verkündet, zu dem der Kreis Hildburghausen gehört.

1920 - 23.04. Beschluss der Nationalversammlung, daß mit Wirkung vom 01.05.1920 aus den Freistaaten Weimar-Eisenach, Meiningen, Gotha, Altenburg, Schwarzburg-Sondershausen, Schwarzburg-Rudolstadt und Volksstaat Reuß das Land Thüringen mit Weimar als Hauptstadt gebildet wird. Der Kreis Hildburghausen gehörte nun zum Land Thüringen.

1922 - 16.06. Nach der Bildung des Landes Thüringen folgte ein Gesetz über die Neuabgrenzung der Kreise und Gemeinden (Kreiseinteilungsgesetz). Darin heißt es in §1, Abs.(1) "Das Gebiet des Landes Thüringen wird in Land- und Stadtkreise eingeteilt. Die Kreise gliedern sich in Gemeinde- und Forstbezirke."In der Anlage wurde der Name des Kreises und der Sitz der Verwaltung festgelegt.
Beim Kreis Hildburghausen wurden die Grenzen wie folgt festgelegt:
"Heid, die Landesgrenze nach Bayern, die bisherige Grenze zwischen den Kreisen Meiningen und Hildburghausen, die Landesgrenze nach Preußen (Kreis Schleusingen), frühere Grenze zwischen den Gebieten Meiningen und Schwarzburg-Sondershausen (ausschließlich des Gemeindebezirks Neustadt a. R.), frühere Grenze zwischen den Gebieten Meiningen und Schwarzburg-Rudolstadt, die bisherige Grenze zwischen den Kreisen Hildburghausen und Sonneberg."
In diesen Grenzen bleibt der Kreis Hildburghausen bis 1950 bestehen.

1950 - 22.05. Die Regierung und das Ministerium des Innern des Landes Thüringen verabschieden die "1. Verordnung zur Ausführung des Gesetzes zur Änderung der Kreis- und Gemeindegrenzen im Land Thüringen."  Für den Kreis Hildburghausen ergeben sich folgende Änderungen:

  • Lkrs. Arnstadt gibt die Gemeinde Masserberg an den Lkrs. Hildburghausen ab.
  • vom Lkrs. Suhl kommen die Gemeinden Ahlstädt, Bischofrod, Eichenberg, Fischbach, Geisenhöhn, Gethles, Gerhardtsgereuth, Gottfriedsberg, Heckengereuth, Hinternah, Kloster Veßra, Langenbach, Neuendambach, Neuhof, Oberrod, Rappelsdorf, Ratscher, Sankt Kilian, Schleusingen, Schönau, Steinbach, Waldau und Wiedersbach zum Lkrs. Hildburghausen.
  • Der Lkrs. Hildburghausen gibt die Gemeinden Marisfeld, Oberstadt und Schmeheim an den Lkrs. Suhl ab.
  • Außerdem werden 18 Gemeinden zusammengelegt zu 7 neuen Gemeinden.
Kreiskarte 1952
Kreiskarte 1952


1952 - 25.07
. Der Thüringer Landtag verabschiedet das "Gesetz über die weitere Demokratisierung des Aufbaus und der Arbeitsweise der staatlichen Organe im Land Thüringen".
Das Land Thüringen wird aufgelöst und dafür 3 Bezirke (Erfurt, Gera, Suhl) gebildet. Der Lkrs. Hildburghausen gehört mit 96 Gemeinden zum Bezirk Suhl. Die Kreisgrenzen wurden folgendermaßen korrigiert:

  • Römhild und einige Grabfeldgemeinden gehen an den Kreis Meiningen.
  • Das Gebiet um Schleusingen kommt zum Landkreis Suhl


1956 - 14.12.
Auf Grund von Beschlüssen der örtlichen Volksvertretungen werden mit Beschluss des Ministerrates der DDR " über Veränderungen von Bezirks-, Kreis-, und Gemeindegrenzen und Umbenennungen von Gemeinden" folgende Veränderungen für den Kreis Hildburghausen bestätigt:

  • Die Gemeinden Henfstädt und Wachenbrunn kommen vom Kreis Meiningen zum Kreis Hildburghausen.
  • Die Gemeinde Heckengereuth wird mit der Gemeinde Ratscher zusammengelegt zur Gemeinde Ratscher und kommt vom Kreis Hildburghausen zum Landkreis Suhl.
  • Die Gemeinde Gottfriedsberg wird mit der Gemeinde Geisenhöhn zusammengelegt zur Gemeinde Geisenhöhn und kommt vom Kreis Hildburghausen zum Kreis Suhl.

In den folgenden Jahren kommt es zu weiteren Gemeindezusammenlegungen bzw. Eingemeindungen.


1990
Im Jahr der Wiedervereinigung gehören 76 Gemeinden zum Landkreis Hildburghausen. 


1990 - 22.07
. Verfassungsgesetz zur Bildung von Ländern in der DDR (Ländereinführungsgesetz) – Die DDR wird ein Bundesstaat, die Bezirke werden aufgelöst und auf dem Gebiet der DDR werden Länder mit Landkreisen und kreisfreien Städten gebildet. Der Landkreis Hildburghausen ist einer von 35 Landkreisen des Landes Thüringen.

Kreiskarte 1993
Kreiskarte 1993


1993 - 16.08.
Gesetz zur Neugliederung der Landkreise und kreisfreien Städte in Thüringen ( Thüringer Neugliederungsgesetz) Im § 10 heißt es: "Landkreis Hildburghausen:

  • Die Landkreise Hildburghausen und Suhl werden aufgelöst.
  • Es wird ein neuer Landkreis (Hildburghausen) gebildet aus
  1. den Gemeinden der Landkreise Hildburghausen
  2. den Gemeinden des Landkreises Suhl mit Ausnahme
    a) der Gemeinden Albrechts, Dietzhausen und Wichtshausen;
    b) der in §7 Abs. 2 Nr. 3 genannten Gemeinden ( Oberhof, Zella-Mehlis, Christes, Kühndorf, Rohr, Viernau, Schwarza, Dillstädt, Benshausen und Ebertshausen des bisherigen Landkreises Suhl);
    c) der in § 11 Abs. 2 Nr. 3 genannten Gemeinde Gehlberg;
  3. den Gemeinden Westenfeld, Haina, Römhild, Mendhausen und Milz des bisherigen Landkreises Meiningen.
  • Das Landratsamt hat seinen Sitz in Hildburghausen."
    Der Landkreis Hildburghausen wird Gesamtrechtsnachfolger des ehemaligen Landkreises Suhl.

Quellen:
H. Moczarski, H.-J. Salier: "Kleine Landkreis-Chronik Hildburghausen" Hildburghausen 1997, "Der Landkreis Hildburghausen" Informationsbroschüre, Landratsamt Hildburghausen: Festschrift "125 Jahre Landkreis Hildburghausen" 1993

Die Angaben über die Persönlichkeiten Hildburghausens und des Landkreises sind einer Sammlung des Kreisarchivs entnommen, in der zu besonderen Persönlichkeiten Daten aufgeschrieben bzw. Zeitungsartikel kopiert wurden. Leider sind dabei nur sehr selten die Quellen notiert worden.

Bedeutende Persönlichkeiten des Landkreises Hildburghausen

Johann Michael Dilherr

Johann Michael Dilherr
Johann Michael Dilherr

geb. 1604 in Themar
gest. 1669 in Nürnberg

Pfarrer, Dichter, Universitätsprofessor

Er studierte in Leipzig Theologie und Philosophie. Seinen Lebensunterhalt musste er sich als Korrektor bei verschiedenen Druckern verdienen. Später war er in Jena als Magister und als Professor der Beredsamkeit. Bald musste er neben philosophischen auch theologische Vorlesungen halten und hatte mehrere Professuren inne. Oft trat er als Prediger und Kanzelredner auf und sein Ruf war so weit gedrungen, dass er von überall Angebote bekam. 1642 ging er nach Nürnberg, wo man ihn zum ersten Pfarrer an die Marienkirche berief. Man trug ihm auch die Errichtung eines Auditorium publicum an, an welchem er der erste Professor der Theologie, der Philosophie und Philologie sein sollte. Ferner übertrug man ihm das Direktorium des Gymnasiums Aegidianum samt Oberaufsicht aller Nürnberger Schulen.


Christian Juncker

Juncker
Juncker

geb. 16.10.1668 in Dresden
gest. 19.06.1714 in Altenburg

bedeutender Geschichtsschreiber Südthüringens, Verfasser der ersten größeren Rennsteig-Abhandlung

Er besuchte die Leipziger Universität und erwarb dort 1691 die Magisterwürde. Im Mai 1696 wurde er als Konrektor an das Gymnasium in Schleusingen berufen und wirkte dort bis Ende 1707. Danach ab 1708 betraute ihn Herzog Johann von Sachsen mit der Leitung des neu errichteten Eisenacher Gymnasiums.
Ab 1696, also mit Beginn seiner Tätigkeit in Schleusingen beschäftigte sich Juncker auch mit der Geschichte des Henneberger Landes. Durchaus modern war seine Methode, durch Versenden von Fragebögen bei Verwaltungsstellen und ortserfahrenen Beamten Auskünfte einzuholen. Im Rücklauf erhielt Juncker dadurch eine Menge landeskundlicher und statistischer Daten, die in sein großes Sammelwerk "Die Ehre der gefürsteten Grafschaft Henneberg" - einer Abhandlung über die Geschichte und Landeskunde des gesamten Gebietes vom Obermain bis zum Rennsteig – einfließen konnten.

 


Dr. Ludwig Nonne

Dr. Ludwig Nonne
Dr. Ludwig Nonne

geb. 06.12.1785 in Hildburghausen
gest. 17.07.1854

Pädagoge

Ludwig Nonne studierte in Jena Theologie und erwarb den philosophischen Doktorgrad. 1808 wurde er an die oberste Kirchen- und Schulbehörde in Hildburghausen berufen. Er nahm die Umbildung des gesamten Schulwesens im Geiste Pestalozzis in die Hand und verdiente sich Anerkennung mit der Einrichtung einer Unterrichtsanstalt, dem "Nonne Institut". Dann wurde er Schulrat, das Schullehrer-Seminar kam unter seine Leitung und er übernahm das Hofpredigeramt. Nach der Vereinigung Hildburghausens mit Sachsen-Meiningen wurde Nonne Oberkonsistorialrat und oberster Geistlicher des Herzogtums. Außerdem war er Oberpfarrer in Hildburghausen und Direktor des Lehrer-Seminars und hatte somit eine gewisse Allmacht in Kirchen- und Schulfragen . 1818 gründete er die "Dorfzeitung", die durch ihre unterhaltsame, informative und kritische Art bei den Bauern und bald auch bei der städtischen Bevölkerung sehr beliebt war.
Er wurde in den Landtag gewählt und saß 1848 im ersten "demokratischen" Reichstag in Frankfurt. 


Carl Barth

Carl Barth
Carl Barth

geb. 1787 in Eisfeld
gest. 1853 in Kassel

Bedeutender deutscher Kupferstecher,
Bildniskünstler, Kunstschriftsteller, Dichter

Als Sohn eines Goldschmiedes im benachbarten Eisfeld geboren, nimmt sein Leben in jenem Augenblick eine entscheidente Wende, als die Fürstin Therese von Thurn und Taxis am herzoglichen Hof in Hildburghausen seine Begabung erkennt und ihm das Studium der Kunst ermöglicht. Er lebte danach in Frankfurt/M., München, Rom, Nürnberg, Heidelberg und Darmstadt. 1830-1848 arbeitete er für das Bibliographische Institut Joseph Meyer in Hildburghausen. Von seinem Freund, dem Dichter Friedrich Rückert wurde er in einem Brief scherzhaft als der "liebe Freund und Kupferstecher" bezeichnet.

 

 


Joseph Meyer

Joseph Meyer
Joseph Meyer

geb. 09.05.1796 in Gotha
gest. 27.06.1856 in Hildburghausen

Sprachlehrer, Übersetzer, Unternehmer, Verleger, Begründer des Bibliographischen Instituts in Hildburghausen

Nach einer kaufmännischen Lehre in Frankfurt/M. und Tätigkeit als Kaufmann in Gotha und London und Weilar bei Eisenach kam Joseph Meyer mit seiner Familie nach Hildburghausen.
Schon in Gotha hatte er, der die Meinung vertrat, dass Bildung für alle möglich sein muss, ein Bibliogrophisches Institut gegründet. Er hatte die Idee, dadurch die Schätze der Weltliteratur in geeigneter Form einer breiteren Leserschaft zugänglich zu machen.
1828 fand er in Hildburghausen ein geeignetes Gebäude und zog mit seinem Bibliographischen Institut von Gotha nach Hildburghausen. Hier konnte er Druckwerke von der Idee bis zum Versand selbst produzieren und hatte großen Erfolg mit seiner Geschäftsidee. Vor allem Meyers Konversationslexikon brachte dem Verlag auch international Bekanntheit.




Johann Georg Martin Brückner

Johann Georg Martin Brückner
Johann Georg Martin Brückner

geb. 31.10.1800 in Oberneubrunn
gest. 01.07.1881 in Meiningen

Hervorragender Gelehrter, Geheimer Hof- und Archivrat

Erwarb sich große Verdienste bei Erforschung der Geschichte des Südthüringer Raumes. 1821 Theologiestudium an der Jenaer Universität. Danach war er als Lehrer einer Erziehungsanstalt für Waisenkinder in Klein Glienicke b. Potsdam tätig. 1831 wurde er Rektor der Bürgerschule in Hildburghausen und ab 1841 Professor und erster Lehrer an der Realschule in Meiningen. Daneben versah er das Amt des Vorstandes der Herzoglichen Bibliothek und war Archivar des Gemeinschaftlichen Hennebergischen Archivs. Seine bedeutendsten Werke waren " Landeskunde des Herzogtums Sachsen-Meiningen" (2 Bände 1851/1853) und das " Henneberger Urkundenbuch".





 


Rudolf Scheller

Rudolf Scheller
Rudolf Scheller

geb. 1822
gest. 1900

Fabrikant

Rudolf Scheller studierte 1845 in Jena als Apotheker und arbeitete danach als Leiter einer Meerschaumwarenfabrik in Wien. 1860 gründete er eine Meerschaumwarenfabrik in Hildburghausen. Wegen stagnierendem Absatz und Kenntnis über die einseitige Nahrung des Heeres im Feld kam ihm die Idee, eine abwechslungsreichere Fertigkost anzubieten. Er erfand die condensierten Suppen und errichtete 1871 die erste Fabrik für condensierte Suppen in Hildburghausen.



 


Christian Heinrich Burkhardt

geb. 16.04.1824 in Eisfeld
gest. 14.09.1893

Glasmaler

Christian Heinrich Burkhart ließ sich auf der Akademie in München ausbilden, kehrte danach nach Thüringen zurück und experimentierte in der Malerei auf Glas mit solchem Erfolg, dass er sich bald an größere Bilder wagte. In München richtete er sich eine Werkstatt ein, die bald mit Aufträgen überhäuft wurde. Aus ihr gingen zahlreiche vor allem große Kirchenfenster hervor. Am bedeutendsten sind die neun kolossalen Fenster im Ulmer Münster.


Hugo Petters

Hugo Petters
Hugo Petters

geb.  09.06.1843 in Weimar
gest. 25.03.1931 in Füssen

Kupferstecher, Kartograph

Hugo Petters machte eine Ausbildung am kartographischen Institut Weimar als Kupferstecher. Danach war er Mitarbeiter des Bibliographischen Instituts in Hildburghausen und arbeitete an bedeutenden Kartenwerken und Atlanten mit. 1864 ging er zur Topographischen Abteilung des Großen Generalstabs in Berlin und 1865 wurde er als Ingenieur-Geograph zu topographischen Vermessungen in die Grafschaft Glatz kommandiert. 1874 gründete er in Hildburghausen das "Kartographische Institut".
1884 benennt die kaiserliche Admiralität zu Ehren Hugo Petters eine Insel an der Südwestküste Südamerikas "Petters-Insel" und den höchsten auf ihr befindlichen Berg "Huck" (Hugo). Herzog Georg II v. Sachsen-Meiningen verlieh ihm die goldene Medaille für Wissenschaft und Kunst.

 

 

 


 Hermann Lietz

Lietz
Lietz

geb. 28.04.1863 in Dumgenewitz (Rügen)
gest. 12.06.1919 in Haubinda (Krs: Hildburghausen)

Erzieher, Schulreformer

Vom Elternhaus bekam Hermann Lietz die tiefe Liebe zum Bauerntum mit. Während seiner Studien- und Lehrzeit bei Professor Rein in Jena und an der New School in Abbotsholme (England) bekam er entscheidende Eindrücke für seine spätere Tätigkeit. Als Dreißigjähriger gründete er in Ilsenburg sein erstes Landerziehungsheim, dem drei Jahre später ein zweites Heim in Haubinda bei Hildburghausen und 1904 das dritte Heim auf Schloß Bieberstein in der Röhn folgten.
Das Neue seiner Schulgründungen war, dass er die Schule aufs Land verlegte und den bäuerlichen Arbeitskreis in seinen Erziehungsplan einbezog; dass er sich von der Lernschule abwendete und der Erziehung und Charakterbildung das Primat vor der Aneignung bloßen Wissensstoffes gab.

 


Rudolf Armin Human

Rudolf Armin Human
Rudolf Armin Human
geb. 09.11.1843 in Schalkau
gest. 03.09.1923 in Hildburghausen

Superintendent, Kirchenrat Lic. Theol. Dr. phil. Dr. hc., bedeutender Geschichtswissenschaftler, Chronist
05.05.1918 Ehrenbürger der Stadt Hildburghausen

Rudolf Armin Human betrieb theologische, sprachliche, philosophische und juristische Studien an den Universitäten in Erlangen und Leipzig. Nach Abschluss der theologischen Studien trat er 1866 in den Dienst der Landeskirche Sachsen-Meiningens als Pfarrer in verschiedenen Gemeinden und wurde 1901 Superintendent. Er war Vorsitzender des Vereins für Sachsen-Meiningische Geschichte und Landeskunde, Schiedsmann, Leiter des Jünglingvereins und Initiator für die Gründung des Stadtmuseums. 1886 erschien die von ihm verfasste "Chronik der Stadt, der Diözese und des Herzogtums Hildburghausen".



 


Lage / Kreiskarte

In der südlichsten Spitze des Freistaates Thüringen gelegen, erstreckt sich der Landkreis vom Rennsteig im Norden über die Höhen des Thüringer Waldes in das Tal der Werra bis zum Heldburger Unterland im Süden.Die Höhenlage im Thüringer Wald reicht von 400 - 800 m über NN. Im übrigen Landkreis von 300 - 600 m über NN.Im Süden grenzt der Landkreis an das Bundesland Bayern. Auf historischen Wurzeln der gemeinsamen fränkischen Heimat, lange getrennt durch die deutsch - deutsche Grenze, entwickelt sich hier ein neues Zusammengehörigkeitsgefühl, symbolisiert vor allem durch das Grüne Band des ehemaligen Grenzstreifens und die Flusstäler von Rodach und Kreck.Der Landkreis Hildburghausen ist durch eine vorhandene Vielfalt, Eigenart und Schönheit von Natur und Landschaft geprägt.

Aus touristischer Sicht und in Übereinstimmung mit dem regionalen Raumordnungsplan gliedert sich der Landkreis in fünf verschiedene Landschaftsräume:

Diese sind:
• das Obere Waldgebiet mit angrenzenden Waldgebieten südlich des Rennsteiges
• das Werratalgebiet
• der Kleine Thüringer Wald
• das Gleichberggebiet mit Grabfeld und
• das Heldburger Unterland mit Straufhain.

Geprägt werden diese Landschaftsräume durch ein geschlossenes Waldgebiet im Naturpark Thüringer Wald, das Biosphärenreservat Vessertal, ein interessantes Hügelland im sogenannten "Kleinen Thüringer Wald", die Flußlandschaft entlang der Werra, das Grabfeld mit den Gleichbergen und das ländlich geprägte Heldburger Unterland mit seinen Thermalquellen.

Als bedeutender Teil der Erholungsregion Thüringer Wald ist der Landkreis mit seiner reizvollen Naturlandschaft und zahlreichen kulturhistorischen Sehenswürdigkeiten ein lohnendes Ziel sowohl für Erholungssuchende als auch für Aktivurlauber und Kulturinteressierte.

So ist die im Naturpark Thüringer Wald liegende Rennsteigregion ein traditionelles Urlaubsgebiet, besonders jedoch ein hervorragendes Wintersportgebiet mit Loipen und zahlreichen Skiwanderwegen, vier Ski-Liften und Pisten in Masserberg, Fehrenbach, Heubach und Hinterrod.

Landkreis Hildburghausen in Zahlen

Bundesland: Thüringen

Region: Thüringer Wald

Kommunen: 30 Gemeinden und 7 Städte

Fläche: 937,250 km²

Einwohner: 64.330 (31. Dez. 2016)

Mundart: fränkisch

höchstgelegener Ort: Masserberg - 803 m ü. NN
niedrigstgelegner Ort: Lindenau - 279 m ü. NN

kleinster Ort mit Stadtrecht: Ummerstadt - 474 Einwohner (Stand 31.12.2016)

höchste Erhebungen:

  • Neuhäuser Hügel - 890 m
  • Bleßberg - 865 m
  • Adlersberg - 850 m
  • Eselsberg - 841 m
  • Pechleite - 839 m
  • Simmersberg - 780 m
  • Großer Gleichberg - 679 m
  • Kleiner Gleichberg - 642 m

Flüsse / Talsperren (Kreisanteil)

  • Werra 45 km
  • Schleuse 25 km
  • Milz 18 km
  • Talsperre Schönbrunn 23,3 Mio m³
  • Talsperre Erletor 0,48 m³

Verkehrsanbindungen:

Straßen: insgesamt rund 535 km

davon Kreisstraßen 167 km
davon Landstraßen 265 km
davon Bundesstraßen 77 km
davon Autobahnen 26 km (Stand 01.01. 2010)


Autobahnen: aus Richtung Suhl über die A 71 /A 73
aus Richtung Coburg über die A 73


Eisenbahnstrecken: Südthüringen Bahn aus Richtung Meiningen nach
Hildburghausen weiter Richtung Sonneberg


sonstige Verkehrsanbindungen:
Flughafen Erfurt erreichbar innerhalb von 90 – 120 Minuten
Flughafen Nürnberg erreichbar innerhalb von 90 - 150 Minuten

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