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03.08.2020

MuseumsNetzwerk Süd e.V. im Landkreis Hildburghausen nimmt Fahrt auf

Im Rahmen der Erstellung der Kulturentwicklungskonzeption für die Modellregion Süd –Hildburghausen und Sonneberg hat sich gezeigt, dass die musealen Einrichtungen eine große Bedeutung für die Identifikation der Bevölkerung mit der Region haben und mit vielfältigen Angeboten ihre Türen für jede Altersklasse öffnen. Deutlich wurde insbesondere auch das Potenzial der größeren Einrichtungen wie das Naturhistorische Museum Schloss Bertholdsburg, das Hennebergische Museum Kloster Veßra sowie das Deutsche Burgenmuseum Veste Heldburg als Knoten- und Ankerpunkt für kleinere Einrichtungen und Kulturakteure in den beiden Landkreisen. Daraus erwuchs die Idee, die Häuser strukturell zu vereinigen.

Was als Zweckverband anfänglich anvisiert wurde, wird nun in Form eines Vereins im Landkreis Hildburghausen Realität: Nach vielen kreativen und langwierigen Gesprächen zwischen den großen musealen Einrichtungen im Landkreis, der Thüringer Staatskanzlei und dem Landratsamt Hildburghausen soll es nun so weit sein und das MuseumsNetzwerk Süd e.V. am 09.09.2020 offiziell gegründet werden. Ziel ist es, Kompetenzen zu bündeln und Synergien nach innen wie nach außen zu nutzen, die musealen Angebote gemeinsam und zielgerichtet zu vermarkten und insbesondre der Museumspädagogik und kulturellen Bildung einen höheren Stellenwert und eine deutliche Qualitätssteigerung beizumessen.

Hiervon sollen aber nicht nur die großen Einrichtungen im Landkreis profitieren. „Es war uns immer wichtig, dass wir auch einen Mehrwert für unsere kleineren Museen im Landkreis generieren können,“ so Dirk Lindner, Vizelandrat des Landkreises Hildburghausen. „Dafür haben Frau Dr. Uta Bretschneider (ehemalige Museumsleiterin des Hennebergischen Museums Kloster Veßra) und ich immer auf unserer ‚Vorstellungs-Tour‘ des Vorhabens durch die Gemeinde- und Stadträte geworben,“ so Lindner weiter. Und das mit Erfolg: Der Verein kann mit sieben Gründungsmitgliedern nun endlich ins Leben gerufen werden. Neben den genannten drei großen Einrichtungen gehören hierzu weiter, der Landkreis Hildburghausen, die Stadt Hildburghausen, die Stadt Schleusingen, die Stadt Heldburg, die Stadt Römhild sowie der Hennebergisch-Fränkische Geschichtsverein e.V. und der Trägerverein Deutsches Burgenmuseum e.V.

Essenziell für das Gelingen des Vorhabens und die Qualität der Netzwerkarbeit wird dabei die finanzielle Unterstützung durch den Freistaat Thüringen sein. In der gemeinsamen Beratung mit der Kultur-Staatssekretärin Tina Beer am 28.07.2020 in Kloster Veßra wurde klar Stellung bezogen, dass es ohne die Fördermittel nicht möglich sein wird, den Verein und dessen Mehrwert zu beleben. Hierzu kam ein deutliches und positives Signal von der Thüringer Staatskanzlei. Frau Staatssekretärin Beer betonte den Sendungscharakter des Netzwerks auf andere Regionen und damit auch die Vorbildfunktion der institutionalisierten Zusammenarbeit im Landkreis. Die Anschubfinanzierung für den Verein ist in 2020 mit etwa 60.000-80.000 € durch das Land Thüringen abgesichert, sodass nach der Gründungsveranstaltung die Ausschreibungen für die Personalstellen der Museumspädagogik und des Museumskoordinators erfolgen können. „Unser Ziel ist es, die Stellen möglichst noch in diesem Jahr besetzen zu können, um im kommenden Jahr dann auch konzeptionell so weit zu sein, dass wir konkrete Projekte und Ideen umsetzen können,“ so Claudia Krahnert, Museumsleiterin des Hennebergischen Museums Kloster Veßra.

In welchem finanziellen Rahmen die Weiterförderung ab 2021 abgesichert wird, wird in Anbetracht der politischen Konstellationen und schwierigen, pandemiebedingten Haushaltslage noch an der ein oder anderen Stelle diskutiert werden. Alle Akteure sind sich jedoch über den Mehrwert der Zusammenarbeit für Ihre Einrichtungen und für die Region einig und sehen den neuen, gemeinsamen Herausforderungen positiv entgegen. 

gez.

Jessica Weinland-Schmidt
Leiterin der Kreisentwicklungsplanung

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