Besuch im Kinder- & Jugend-Schloss Marisfeld
Marisfeld, 4. November 2025 – Landrat Sven Gregor besuchte das Kinder- und Jugend-Schloss Marisfeld, um sich ein Bild vom aktuellen Bauzustand und der pädagogischen Arbeit vor Ort zu machen. Das unter Denkmalschutz stehende ehemalige Wasserschloss bietet derzeit bis zu 20 Kindern und Jugendlichen ein Zuhause – nicht nur aus dem Landkreis Hildburghausen, sondern auch aus anderen Regionen Deutschlands, etwa aus Leipzig, Baden-Württemberg oder dem Raum Suhl. Anfragen auf Aufnahme erreichen die Einrichtung aus dem gesamten Bundesgebiet. Begleitet wurde der Landrat von Geschäftsführer Robert Gollmer, Bereichsleiterin Kinder- und Jugendhilfe und Prokuristin Claudia John sowie der Heimleitung Kristina Kemlein.
Gemeinsam verschafften sie sich einen Eindruck von der baulichen Situation des historischen Schlosses, das mit Leben und pädagogischer Arbeit gefüllt ist. Im Mittelpunkt standen dabei sowohl der Erhalt der denkmalgeschützten Bausubstanz als auch die Sicherstellung kindgerechter Wohn- und Betreuungsbedingungen – beides entscheidende Faktoren im Hinblick auf die Betriebserlaubnis der Einrichtung. „Manchmal geraten junge Menschen oder ihre Eltern in schwierige Lebenssituationen. Umso wichtiger ist es, dass sie hier in Marisfeld einen Ort finden, der Stabilität, Fürsorge und neue Perspektiven bietet“, betonte Landrat Sven Gregor während seines Besuchs. Die Einrichtung legt großen Wert darauf, Familienbeziehungen – insbesondere Geschwisterbindungen – nach Möglichkeit zu erhalten und Nähe zu bestehenden familiären Strukturen zu fördern. Ziel der pädagogischen Arbeit ist es, die Kinder und Jugendlichen zu einem eigenständigen und verantwortungsvollen Leben zu befähigen.
Besonders hervorzuheben sind die individuellen Förderangebote, etwa im Bereich der Frühförderung oder durch kunstpädagogische Projekte. Das engagierte Team aus derzeit 13 Fachkräften trägt wesentlich dazu bei, dass sich die Kinder in einem stabilen und sicheren Umfeld entwickeln können. Langfristig gilt es, die baulichen Rahmenbedingungen an die hohe pädagogische Qualität anzupassen und das Schloss als Ort des Lernens, Lebens und Wachsens zu erhalten. Dabei stellt sich jedoch zunehmend die Frage, wie lange die Nutzung des historischen Gebäudes in der aktuellen Form noch möglich sein wird. Der Landkreis Hildburghausen unterstützt das Kinder- und Jugend-Schloss Marisfeld in seiner wichtigen Arbeit und sieht in der Einrichtung einen zentralen Bestandteil der regionalen Jugendhilfe.
Hintergrund
Im Kinder- und Jugend-Schloss Marisfeld der Diakonie Henneberger Land werden Kinder und Jugendliche betreut, die aufgrund familiärer oder persönlicher Umstände vorübergehend nicht in ihrem häuslichen Umfeld leben können. Ziel der Arbeit ist es, den jungen Menschen Geborgenheit, Orientierung und Chancen auf eine positive Entwicklung zu geben. Die pädagogische Arbeit – die sogenannte Regelleistung – wird über die Kostenträger finanziert und umfasst unter anderem:
- Alltagspädagogik und Tagesstrukturierung: Unterstützung im täglichen Leben und gemeinsames Planen des Tagesablaufs.
- Bezugserzieher- und Bindungsarbeit: Jede*r junge Mensch hat eine feste Bezugsperson, die Vertrauen aufbaut und individuelle Unterstützung bietet.
- Schulische Förderung: Hilfe bei schulischen Aufgaben, beim Lernen und bei der Hausaufgabenbewältigung.
- Sozial-emotionale Förderung: Unterstützung bei der emotionalen Entwicklung und im Umgang mit anderen Menschen.
Das Kinder- und Jugend-Schloss Marisfeld bietet damit jungen Menschen in herausfordernden Lebenslagen einen geschützten Raum, um neue Perspektiven zu entwickeln und gestärkt in die Zukunft zu gehen.