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3. Digitaler Runder Tisch mit dem Thema: Senioren und Situation in Pflegeheimen

Am 12. Januar 2021 fand - durch die Initiative des 1. Vorsitzenden des Hildburghäuser Werberinges e.V. Florian Kirner sowie des Eisfelder Bürgermeisters und Kreistagsmitgliedes Sven Gregor – der nunmehr 3. Digitale Runde Tisch statt.

 

Virtuell nahmen kommunale Amtsträger, Vertreter aus sozialen Einrichtungen, die in der Seniorenarbeit tätig sind, gewählte Amtsträger der Seniorenarbeit, engagierte Mitstreiter, Vertreter des Hospizwesen, Vertreter der ambulanten Pflege, der Pflegeheime und ehrenamtlich tätige Bürgerinnen und Bürger teil. 

Alle einte das Interesse, die äußerst schwierige und vielschichtige Situation der Senior*innen im Allgemeinen, aber auch konkret in den Pflegeeinrichtungen herauszuarbeiten und Lösungswege aufzuzeigen.


Einführend:

Die Informationskanäle zu aktuellen Entwicklungen, Verordnungen, Maßgaben oder der Zugang zu Impfterminen für unsere Senior*innen im Landkreis, insbesondere für hochaltrige und immobile Senior*innen, sind unzureichend. Dies führt zu großer Verunsicherung und baut noch mehr Ängste auf. Den Bürgerinnen und Bürgern wird damit ein Stück Entscheidungsfreiheit für ein selbstbestimmtes Verhalten genommen. Desinformation und schlimmstenfalls Resignation dieser Bevölkerungsgruppe sind die Folge.

Die Regelungen für Besuche von Angehörigen und ehrenamtlichen Begleitern in Pflegeheimen und Kliniken des Landkrieses sind kleinteilig, unterscheiden sich in jeder Einrichtung. Der Zugang zu Sterbenden ist für Angehörige und für Sterbebegleiter nur eingeschränkt möglich. Fehlende Personalkapazitäten verzögern umfangreiche und regelmäßige Testmöglichkeiten für Angehörige und ehrenamtliche Begleiter - als Zugangsvoraussetzung in die Pflege- und stationären Einrichtung.

Wünschenswert wäre eine Vernetzung der Leitungen von Pflegeheimen und  ambulanten Pflegedienstleitungen. Eine einheitliche Besucherregelung für alle Einrichtungen im Landkreis würde Transparenz und Vereinfachung schaffen sowie Vereinsamung entgegenwirken.


Wir stellen fest:

    1. Die bisherige Information und Aufklärung der Bevölkerung ist völlig unzureichend.
      Amts- und Anzeigeblätter, Tagespresse, Plattformen der Kirchen, Vereine, Verbände und weitere Medien müssten zwingend dafür stärker genutzt werden. Gespräche mit Bürgern machen sichtbar, dass eine größere Aufklärung und Information notwendig ist, um sie „mitzunehmen“ und ein Verständnis für alle Entscheidungen zu entwickeln.
      Unsere Senior*innen sollten somit die Möglichkeit haben, über verschiedene Kanäle wöchentliche aktuelle Informationen zu erhalten. Hierzu bedarf es einer zentralen „Redaktionsstelle“.

    2. Einheitliche Besucher- und Zugangsregelungen in Pflege- und Altenheimen sowie auf Palliativstationen sind Voraussetzung für einen humanen und zugewandten Umgang von Angehörigen, ehrenamtlichen Begleitern und Mitarbeitern der Einrichtungen. Hierzu braucht es die gewollte und unbedingte Mitwirkung aller Verantwortlichen in diesem Prozess. Nach Auffassung der Teilnehmer am Digitalen Runden Tisch sind hier Landkreis, Träger der Pflegeeinrichtungen, Land und Bund gefordert. Eine regionale Regelung kann es nur geben, wenn hier ein aktives Netzwerk entsteht! Eine Gründungsinitiative und Mitwirkung durch das Landratsamt Hildburghausen steht außer Frage und sollte selbstverständlich sein. Es bedarf weiterhin der Bündelung ehrenamtlicher Unterstützer.

Resümee:

Der Digitale Runde Tisch sieht sich als Impulsgeber und Vernetzer.
Sein Anliegen ist, dass aus diesen Beratungen heraus eigenständige Initiativen erfolgen.

Ein erster Schritt ist die sofortige Etablierung eines Redaktionsstabes im Kreisseniorenbüro zur besseren Information und „Mitnahme“ der älteren Bürgerinnen und Bürger.


Kreisseniorenbüro und Seniorenbeauftragte des Landkreises

14.01.2021 
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